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Praktisch alle Handlungen und Ereignisse von Produktion über Technikanwendung bis zum Alltag sind mit Risiken behaftet (“Risikogesellschaft”). Gefahrenabwehr, Risikobewertung und Risikomanagement sind Aufgaben, denen sich Individuen, Unternehmen, Regierungen, Behörden und Wissenschaft stellen müssen. Das umweltwissenschaftliche Nachhaltigkeitsprinzip rückt die Zukunftsvorsorge ins Zentrum der Aufmerksamkeit.
Dieses Modul beschreibt Risiken aus sozial- und verhaltenswissenschaftlichen wie aus technisch-naturwissenschaftlichen Perspektiven. Ein großer Teil der vom Menschen verursachten Risiken bezieht sich auf technische Entwicklungen, Prozesse und Produkte. Die Bandbreite der Modultexte reicht von naturwissenschaftlichen Aspekten der Risikoabschätzung über Risikomanagement und Risikokommunikation bis zur politischen Regulierung von Risiken (z.B. Chemikalienpolitik der Europäischen Union).
Gefährdungen und Risiken, die mit der Herstellung und Anwendung chemischer Substanzen einhergehen, sind ein Schwerpunktthema dieses Moduls. Der zum Zeitpunkt der Einführung innovativer Technologien bzw. neuer Produkte verfügbare Wissensstand reicht in der Regel nicht aus, um alle ökologischen und toxikologischen Folgen vorauszusehen. Heute sind fast 20 Millionen chemische Verbindungen bekannt, von denen nur einige 100.000 als Komponenten kommerzieller Produkte genutzt werden. Deren Wechselwirkungen mit der Umwelt und ihren Einfluss auf Ökosysteme und Individuen zu bestimmen, ist ein naturwissenschaftlich-technisches Problem, das in diesem Modul behandelt wird.
Anhand der psychologischen Risikoforschung sollen den Studierenden die Grenzen eines objektiven Risikobegriffs aufgezeigt werden. Ein solcher versucht die Wahrscheinlichkeit einer Schädigung zu bemessen und die Höhe des möglichen Schadens festzulegen. Die Studierenden lernen zu analysieren, wovon es abhängt, wie Menschen Risiken wahrnehmen und bewerten, wie sie sich in gefährlichen Situationen verhalten und wie Risikokommunikation abläuft. Es wird vermittelt, dass Expert/inn/en und Laien Risiken unterschiedlich wahrnehmen, und dass die Kommunikation über Risiken ohne Kenntnis dieser je unterschiedlichen und keineswegs aufeinander reduzierbaren Perspektiven kaum gelingen kann.
Eine Aufgabe von Politik ist es, die verschiedenen in der Gesellschaft vorherrschenden Risikoauffassungen und Sicherheitsbedürfnisse aufzugreifen und zwischen ihnen zu vermitteln. Wie und anhand welcher Kriterien dies geschehen kann, wird mit sozialwissenschaftlichen Instrumenten analysiert. In Form von Gesetzgebung werden Risiken soweit wie möglich rechtlich definiert und es werden Instrumente entwickelt, die Risiken möglichst im Vorfeld begrenzen und ausschalten und schon entstandene Schäden im Nachhinein ausgleichen sollen.
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Betreuer/innen:
Prof. Dr. Rolf Kümmel
Tel.: 02 08 / 85 98-11 47
rolf.kuemmel@umsicht.fraunhofer.de
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Dr. Bernd Kowall Tel.: 0 23 31 - 987 2588 Bernd.Kowall@fernuni-hagen.de
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Dr. Brigitte Biermann Tel.: 0202/4299510 brigitte.biermann(at)triple-innova.de
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Dr. Susanne Wohlfarth
Tel.: 0 23 03 - 867 22
hs.wohlfarth(at)t-online.de
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Verantwortlich: Prof. Dr. Rolf Kümmel
Lehrformen: Gedruckter Studienbrief mit Übungsaufgaben zur Selbstkontrolle, Präsenzseminar, schriftliche Einsendeaufgabe
Voraussetzungen: Keine weiteren
Andere Studiengänge: Sinnvoll für alle weiteren umwelt- und sozialwissenschaftlichen Studiengänge
Leistungspunkte: erfolgreiche Bearbeitung der Einsendeaufgabe, Teilnahme an Präsenzseminar
Arbeitsaufwand: 4 Credits, 120 Stunden
Preis: 390,-- €
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