Das Modul „Energie 2“ vermittelt den Studierenden die notwendigen Arbeitsansätze und Kenntnisse, um im unmittelbaren privaten und/oder beruflichen Umfeld bei der Energieversorgung „etwas zu bewegen“. Es werden inbesondere die Heransgehensweise an die Energieanalyse sowie die Bewertung von und die Auswahl aus Alternativen zur Energieversorgung anhand von Aspekten aus dem unmittelbaren Lebens- und Arbeitsumfeld der Studierenden erarbeitet. Hierbei werden auch Plausibilitätskontrollen, das Messen von Energieverbrauch und die Berücksichtigung der Umsetzbarkeit von Modifikationen in technischer, organisatorischer und menschlicher Sicht diskutiert. Das Modul geht auf drei Ansatzpunkte des aktiven Klimaschutzes ein:
Energieeffizienzverbesserung
Hierzu wird das methodische Instrument der Energieanalyse, insbesondere der betrieblichen Energieanalyse vorgestellt. Durch einen rationellen Energieeinsatz können ohne Verlust an Komfort, Qualität und Funktionalität der Primärenergiebedarf gesenkt, die Emissionen verringert und die Kosten reduziert werden. Eine Energieanalyse soll Einsparpotenziale aufdecken und Lösungsansätze entwickeln, wie der Energieeinsatz verbessert werden kann. Aufbauend auf die VDI Richtlinie 3922 wird aufgezeigt, welche Arbeitsschritte eine Energieanalyse beinhalten muss. Es werden Vorteile beschrieben und auf Hemmnisse bei der Durchführung aufmerksam gemacht. Die Vorgehensmethodik wird aufgezeigt:
- Bestandsaufnahme der vorhandenen Anlagen, des Energiebedarfes, der Energiekosten
- Durchführung von Messungen zur tiefergehenden Analyse
- Analyse der Daten aus Bestandsaufnahme und den Messungen
- Methoden und Darstellungsformen der Auswertung
- Ableitung der Art der maßgeblichen Verwendung von Energieformen, Zuordnung zu Produtionsprozessen, organisatorischen Abläufen
- Ableitung technischer, vertraglicher und organisatorischer Maßnahmen zur Optimierung
- Prüfung der Wirtschaftlichkeit von Maßnahmen, Betriebs- und Investitionskostenrechnung
Steigerung des Anteils Regenerativer Energieversorgung
Regenerative Energien decken heute erst zu einem geringen Prozentsatz den Energiebedarf in Deutschland. Dass der Anteil in Zukunft steigen wird, ist unstrittig und politisch promoviert. Welche regenerative Energien zu welchem Anteil und mit welcher Technik den Bedarf decken werden, ist jedoch je nach Sichtweise, Interessenlage etc. Gegenstand teilweise hitziger Diskussionen.
Im Gegensatz zu vielen konventionellen Energieerzeugungstechniken, die weitestgehend ausgereift sind bzw. nur geringe weitere technische Entwicklungspotenziale aufweisen, gibt es bei den regenerativen Energien große Entwicklungssprünge. Ein naheliegender Grund hierfür ist, dass einige Verfahren noch in den Anfängen stecken und aktuelle Planungs- und Betriebserfahrungen permanent in neuen Entwicklungen umgesetzt werden. Konkurrierende technische Verfahren sind zu bewerten. Der Zusammenhang zwischen Ökologie und Ökonomie wird hierbei nicht außer Acht gelassen.
Möglichkeiten und Grenzen regenerativer Energien werden aufgezeigt. Hierzu wird ein Überblick über Potenziale, verfügbare Technologien, Kosten und Kostendegressionen und Weiterentwicklungen im Bereich der regenerativen Energien gegeben, aber auch die technisch-wirtschaftliche Einordnung in die Energiewirtschaft erläutert. Hierzu wird ein mehrschichtiger Beschreibungsansatz gewählt:
- Erläuterung grundlegender Begriffe
- Darstellung und Diskussion regenerativer Energiequellen weltweit und deutschlandweit
- Technologien zur Nutzung regenerativer Energien
Gebäudeenergieversorgung
In der Primärenergiebilanz von Deutschland kommt der Gebäudeenergieversorgung ein wesentlicher Verbrauchsanteil zu. Dem Studierenden wird hier eine Übersicht der Energietechnik im Gebäude, Hinweise zur Dimensionierung der Energieversorgungseinrichtungen und Eigenschaften der wichtigsten Gebäudeenergieversorgungssysteme vermittelt. Die Fähigkeit zum Beurteilen von Teilsystemen und Konzepten unter technischen, betrieblichen, ökonomischen und ökologischen Aspekten und zur Mitarbeit bei der Wahl eines gebäude- und nutzungsangepassten Gebäudeenergieversorgungssystems sollen hergestellt werden. Dabei werden sowohl die thermodynamischen Gesichtspunkte der günstigsten Nutzenergiebereitstellung angewendet als auch Einsparaspekte durch einen energetisch optimierten Baukörper oder eine modifizierte Nutzung angesprochen.
Die Betrachtungsweise ist im Hinblick auf Baukörper, Nutzerverhalten und Technik strukturiert.