Umweltbewusstsein und -verhalten 1 [Inhalt]
Umweltbewusstsein und -verhalten 2 [Inhalt]
Ökologisch-soziale Dilemmata [Inhalt]
Reader: Umweltprobleme, Problembewusstsein und umweltrelevantes Handeln [Inhalt]

Vor dem Hintergrund von Umweltveränderungen, die möglicherweise auch die Lebensgrundlagen des Menschen gefährden, hat sich der Schwerpunkt der Umweltpsychologie seit den 80er Jahren in Richtung einer „Umweltschutzpsychologie“ verschoben. Dabei betrachtet die Umweltpsychologie den Menschen als Verursacher, als Betroffenen und als Bewältiger von Umweltveränderungen. Grundlegend ist die Einsicht, dass Schutz und Gefährdung von Umwelt immer auch auf menschliches Verhalten zurückzuführen sind. Ob Menschen aufwändig oder nur wenig verpackte Konsumgüter kaufen, sie Müll trennen oder nicht, den ÖPNV nutzen oder doch das Auto, stets hängen Schutz, Verbrauch und Verschmutzung von Umwelt von menschlichem Handeln ab. Auch die Entwicklung neuer umweltfreundlicher Technologien allein genügt nicht, um die Umwelt zu schützen, wenn es nicht gleichzeitig gelingt, Menschen von dieser Technik zu überzeugen und sie dazu zu bewegen, sich entsprechende Geräte tatsächlich anzuschaffen und richtig zu benutzen. Ob sich Menschen im Alltag umweltgerecht verhalten, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab: Zum Beispiel davon, ob Menschen fest eingefahrene, umweltunfreundliche Gewohnheiten haben, ob sie sich für den Zustand der Umwelt überhaupt persönlich verantwortlich fühlen, ob sie sich in der Lage sehen, ein umweltfreundliches Verhalten auch richtig ausführen zu können usw. Zu den Aufgaben der Umweltpsychologie gehört es, derartige Determinanten des Umweltverhaltens zu analysieren, ferner zu untersuchen, wie Menschen Umweltprobleme wahrnehmen und bewerten, und zudem Interventionstechniken zu entwickeln, mit deren Hilfe umweltfreundliches Verhalten gefördert werden kann.

Die Kurseinheiten „Umweltbewusstsein und Umweltverhalten“ bieten eine Einführung in die Umweltpsychologie. Zunächst wird dargestellt, wie das Umweltbewusstsein wissenschaftlich konzipiert wird, und es werden Skalen vorgestellt, mit denen sich das Umweltbewusstsein messen lässt. Ferner werden demoskopische Befunde zum Umweltbewusstsein und zum Umweltverhalten diskutiert. Diesen Befunden zufolge ist das Umweltbewusstsein in der deutschen Bevölkerung sehr hoch. Warum sich ein solches Umweltbewusstsein dennoch kaum in einem entsprechenden Umweltverhalten niederschlägt, wird im weiteren Kursverlauf ausführlich diskutiert. Dabei werden persönliche und situative Variablen sowie Erhebungsprobleme erörtert, die die beobachtete Diskrepanz zwischen Umwelteinstellungen und Umweltverhalten erklären können. Anhand zahlreicher empirischer Beispiele wird abschließend versucht, den Lesern kognitions- und verhaltenstheoretisch orientierte Interventionsstrategien nahe zubringen, die beispielsweise bei der Mülltrennung, beim Energiesparen oder bei der Verkehrsmittelwahl zum Einsatz kommen können.

Das Ökologisch-Soziale Dilemma ist ein Paradigma, mit dessen Hilfe der Umgang von Menschen mit kollektiven Umweltressourcen erklärt werden kann. Kollektive Umweltressourcen wie etwa die Luft müssen von den Nutzern nicht bezahlt werden. Wenn nun beispielsweise ein Autofahrer die Luft verschmutzt, so fällt der Nutzen dieser Handlung (Bequemlichkeit, Zeitgewinn, Festhalten an Gewohnheiten) allein auf diesen Akteur zurück, während der Schaden – die durch eine zusätzliche Fahrt hervorgerufene zusätzliche Verschmutzung – auf alle verteilt wird. Aus Sicht eines solchen einzelnen Akteurs überwiegt somit der Nutzen des Ressourcenverbrauchs die Kosten, so dass es für ihn rational ist, sich Ressourcen schädigend zu verhalten. Nach Durcharbeitung des Studienbriefs „Ökologisch-Soziale Dilemmata“ sollen die Studierenden die Problematik der Allmende-Klemme erläutern können, psychologische Untersuchungen zu menschlichem Verhalten in Ressourcendilemmata kennen und Lösungsmöglichkeiten für den Umgang mit ökologisch-sozialen Dilemmata kritisch diskutieren können.

Der Reader „Umweltprobleme, Problembewusstsein und umweltrelevantes Handeln“ liefert ergänzende Materialien zu unterschiedlichen Aspekten des Umweltverhaltens. Themenbereiche sind die globale Dimension von Umweltveränderungen; die Wahrnehmung und Bewertung von Umweltproblemen; Konzepte und empirische Erfassung des Umweltbewusstseins; Umweltbewusstsein und Umweltverhalten im gesellschaftlichen Kontext; die Diskrepanz zwischen Umweltbewusstsein und Umweltverhalten; das Umweltverhalten in der Allmende-Klemme und im Sozialen Dilemma; verhaltensorientierte Strategien und Marketing-Strategien zur Förderung umweltgerechten Verhaltens.





Betreuer/in:
Dr. Anke Blöbaum

Tel: 0234 32 22675
anke.bloebaum@ruhr-uni-bochum.de


Verantwortlich: Prof. Dr. Lenelis Kruse

Autor/inn/en: Henriette Katzenstein, Andreas M. Ernst

Lehrformen: Gedruckte Studienbriefe mit Übungsaufgaben zur Selbstkontrolle, schriftliche Einsendeaufgabe

Voraussetzungen: Keine weiteren

Andere Studiengänge: Sinnvoll für alle weiteren umwelt- und sozialwissenschaftlichen Studiengänge

Leistungspunkte: erfolgreiche Bearbeitung der Einsendeaufgabe

Arbeitsaufwand: 4 Credits, 120 Arbeitsstunden

Preis: 390,-- €