
Das Modul veranschaulicht, worin betriebliches Umweltmanagement besteht und welche Funktionen, Denkmuster und Instrumente dem Umweltmanagement zugeordnet werden können. Es zeigt Anknüpfungspunkte zu anderen Disziplinen des Studiums auf und umreißt normative sowie strategische Grundlagen eines sozio-ökonomisch rationalen Umweltmanagements. Mit Blick auf die Anspruchsgruppen der Unternehmensführung öffnen sich dabei verschiedene Perspektiven, in denen die Sichtweisen der vertretenen Akteure mit ihren jeweiligen Zielen und Handlungsformen zum Ausdruck kommen. Im Einzelnen werden Perspektiven des Umweltmanagements aus vier Blickwinkeln beleuchtet.Die „marktorientierte“ Sichtweise impliziert, dass Leistungen des Umweltmanagements selbst marktfähig sind oder die Wettbewerbsposition des Unternehmens erkennbar verbessern. Marktorientiertes Umweltmanagement erleichtert die Integration der Umweltmanagementziele in das allgemeine betriebliche Zielsystem, wenn gezeigt werden kann, dass sie geeignet sind, Umsatz, Rentabilitäts- oder Shareholdererwartungen mit zu erfüllen. Das Modul stellt Aufgaben und Rahmenbedingungen des Umweltmanagements auf den Absatzmärkten für Konsumgüter, Vorleistungen und Investitionsgüter sowie auf Personal- und Finanzmärkten vor. Zudem wird auf die besondere Bedeutung von Informationsmärkten eingegangen.
Die „normenorientierte“ Sichtweise bezieht sich auf den Aufbau von Managementsystemen nach den Normenreihen EMAS, ISO 14001ff und SA 8000. EMAS- und ISO-Normen werden parallel vorgestellt, um Ähnlichkeiten und Unterschiede zu verdeutlichen. Die Normierungssysteme werden so vorgestellt, dass Abläufe nachzuvollziehen sind und der Nutzen erkennbar wird. Die Teilnehmenden sollen anhand der diskutierten Vor- und Nachteile beurteilen können, ob eine Validierung bzw. Zertifizierung nach der Norm für den eigenen Betrieb zweckmäßig ist. Abschließend werden produktbezogene Normen für die Vergabe des Umweltengels und des FSC-Siegels erläutert.
Die „interessenpolitische“ Sichtweise hebt hervor, wie Betriebe von interessenpolitischen Umweltkonflikten betroffen sein können und wie Betriebe selbst interessenpolitisch aktiv werden, um eigene Umweltziele durchzusetzen. An den Fallstudien der geplanten „Brent-Spar-Versenkung“ und der „Airbus-Ansiedlung am Mühlenberger Loch“ werden Teilnehmende beispielhaft auf die Handhabung umweltbezogener Interessenkonflikte vorbereitet.
Häufiger als in anderen betrieblichen Handlungsbereichen ist kooperatives Handeln im Umweltmanagement gefordert, etwa im zwischenbetrieblichen Stoffstrommanagement, in der Generierung von Innovationen oder in der Vertrauensbildung gegenüber Umweltverbänden und der Öffentlichkeit. Die „kooperative“ Sichtweise eröffnet schließlich längerfristige Perspektiven als reine Markttransaktionen. Sie setzt dafür Vertrauen und Commitment voraus. Hierzu liefert das Modul Beispiele und Handlungsempfehlungen.


| Betreuerin: Marianne Esders Tel.: 04131/ 677-2236 esders@uni.leuphana.de |


Verantwortlich: Prof. Dr. Stefan Schaltegger
Autor/inn/en: Stefan Schaltegger, Holger Petersen, Jens Clausen, Hans-Peter Wruk
Lehrformen: Gedruckter Studienbrief mit Übungsaufgaben zur Selbstkontrolle (511 Seiten)
Voraussetzungen: Keine weiteren
Andere Studiengänge: Sinnvoll für alle umwelt- und wirtschaftswissenschaftlich orientierten Studiengänge
Leistungspunkte: Einsendeaufgabe erfolgreich bearbeiten
Arbeitsaufwand: 4 Credits, 120 Stunden
Preis: 390,-- €
