Erfolgreich nachhaltig wirtschaften
Welche Faktoren lokale Agenda-21-Projekte erfolgreich machen, fragt eine Reportage des WDR-Fernsehen, die in Zusammenarbeit mit der FernUniversität entstanden ist. Eine Absolventin des Master-Studiengangs "Interdisziplinäres Fernstudium Umweltwissenschaften" (infernum) legte mit ihrer Abschlussarbeit die Grundlage für den Fernsehfilm. Sendetermin ist Samstag, der 14. August, 8.30 bis 9 Uhr im WDR.
Infernum ist ein Weiterbildungsstudium der FernUniversität in Hagen in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen. In ihrer Masterarbeit untersuchte Absolventin Kathrin Klebl Erfolgsfaktoren für Nachhaltigkeitsprojekte im Rahmen der Agenda 21.
Die Lokale Agenda 21 ist der kommunale Teil des globalen Aktionsprogramms für das 21. Jahrhundert. Sie wurde im Zug der UNO-Umwelt-Konferenz 1992 in Rio von über 170 Staaten verabschiedet und legt die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen fest. Zwölf Jahre nach Rio haben immerhin 20% der 12.465 deutschen Gebietskörperschaften einen Beschluss zur Lokalen Agenda 21 gefasst. Welche Aktivitäten sich dahinter verbergen, zeigt der WDR-Film am Beispiel der nordrhein-westfälischen Städte Iserlohn, Dortmund und Hagen sowie der bayerischen Gemeinden Althegnenberg und Mammendorf im Landkreis Fürstenfeldbruck.
Der Iserlohner Baudezernent Dr. Peter Paul Ahrens schildert im Film die Geschichte der Kooperation von Kommune und örtlicher Wirtschaft in Iserlohn, die ortsansässige Unternehmen erfolgreich an nachhaltiges Wirtschaften führte. Seit das kommunale Agenda-21-Büro jedoch wegen knapper Kassen geschlossen wurde, ist der Fortgang des Prozesses unsicher.
Dortmund verfügt dagegen über ein gut ausgestattetes kommunales Agenda-21-Büro. Die Stadt hebt sich von anderen Kommunen durch eine große Projektvielfalt ab. Durch Schulprojekte und Verbraucherinformationen spricht sie breite Bevölkerungsteile an.
Das Beispiel Windkraftnutzung in Hagen zeigt indessen, dass gut gemeinte Projekte auf Gegenwehr stoßen können. Nachhaltige Energiegewinnung steht hier im Konflikt mit dem Landschaftsschutz. Insgesamt sind die Agenda-Aktivitäten in Hagen vergleichsweise dürftig; ein koordinierendes Büro fehlt.
Es zeigt sich: Die Bürgerinnen und Bürger müssen eingebunden werden, wenn Agenda-21-Prozesse erfolgreich sein wollen. Bedeutsam können neben einem kommunalen Koordinationsbüro auch einzelne Personen sein, die die Idee einer nachhaltigen Entwicklung dauerhaft in der Kommune verankern.
Weitere Informationen: FernUniversität in Hagen, Interdisziplinäres Fernstudium Umweltwissenschaften, E-Mail: infernum@fernuni-hagen.de, Tel. 02331/987-4927