M 06: Umweltpolitologie

 

HINWEIS: Diese Modul wird ab sofort von Frau Sara Becker betreut. Das Einführungsvideo werden wir so schnell wie möglich aktualisieren.

 


 

Umweltpolitik in Deutschland

Umweltpolitik gibt es in Deutschland seit mehr als dreißig Jahren – seit Umweltprobleme nicht mehr zu übersehen sind und der Staat Mit-Verantwortung für ihre Lösung übernommen hat. In diesem Kurs werden die Problemlagen, Akteure und Lösungsansätze dargestellt, die in der Umweltpolitik vorherrschen. Mit der Umweltpolitik geht es auf und ab: Katastrophen wie Giftmüllfunde, Tschernobyl und die drohende Klimakatastrophe gaben Anlass zum Handeln; doch in Zeiten wirtschaftlichen Abschwungs geriet die Umwelt in den Hintergrund, wurden z.B. Arbeitsplätze gegen Umweltschutz ausgespielt. Jetzt steht das ökonomische Potenzial des Umweltschutzes besser gesagt: die ökologische Innovation zentral, die in Kooperation zwischen Privaten und dem Staat geschieht. Damit verändert sich die Art, wie staatliche Umweltpolitik funktioniert.


Der Kurs Umweltpolitik in Deutschland beleuchtet, wie es zur Umweltpolitik als eigenständigem Politikbereich kam, welche verschiedenen Etappen der Umweltpolitik durchlaufen wurden und verdeutlicht damit die Grundfragen der Umweltpolitologie für Deutschland: Politikinhalte, politische Konflikte und Entscheidungsprozesse sowie das politische System werden unter Umweltaspekten dargestellt; der staatliche Beitrag zur Lösung der Umweltprobleme wird bewertet und Defizite und Entwicklungspotenziale können aufgezeigt werden.


Die Beschreibung erhält eine Vertiefung durch die Einführung der Kategorien Kapazitäten und Effekte. Kapazitäten in der Umweltpolitik sind auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt, auf rechtlicher (z. B. durch erlassene Rechtsnormen), institutionell-organisatorischer (z. B. die amtliche Umweltschutz-Infrastruktur), informationell-kognitiver (z.B. der Blaue Engel als Umweltzeichen) und ökonomisch-technischer (z. B. Forschungsprogramme). Der Begriff Kapazität meint dabei die Bedingungen, unter denen staatliche und nicht-staatliche Träger Umweltbelange vertreten, also ob sie Stärke und Kompetenz besitzen, um mit und gegen andere Akteure Umweltschutz voranzutreiben. Ob vorhandene Kapazitäten genutzt wurden und werden, zeigt sich an den Erfolgen, die umweltpolitische Aktivitäten haben: sozialwissenschaftlich wird von Effekten gesprochen, also den Wirkungen, die im Rahmen von Modernisierung und Wohlfahrt der Gesellschaft wichtig werden.

Ziele des Moduls

Insgesamt umreißt dieses Modul also zentrale Inhalte und Instrumentarien der Umweltpolitologie. Die Darstellung des Forschungsfeldes Umweltpolitik in seiner historischen Entwicklung geschieht möglichst umfassend, wobei eine Fokussierung auf umweltpolitische Kapazitäten und Effekte vorgenommen wird. Die Analyse der Umweltpolitik in Deutschland geschieht auf diese beiden ausgewählten Aspekte hin, um unterscheidend und bewertend zu sein, wie es der Politikwissenschaft eigen ist.


Mit dem Kurs Determinanten und Erfolgsbedingungen von Umweltpolitik werden zwei Ziele verfolgt. Die Policy-Analyse wird dem Leser und der Leserin als politikwissenschaftliches Werkzeug nahe gebracht. Es werden also methodische Kenntnisse vermittelt. Im dritten Teil wird ihre Anwendung im Rahmen der Umweltpolitik am Beispiel der UVP vorgeführt, was wiederum die inhaltlichen Kenntnisse auch in Sachen Europa und Umweltpolitikmuster erweitert.


Insgesamt liegt der Schwerpunkt der umweltpolitischen Betrachtung auf der Rolle des Staates. Ob staatliche Stellen Private durch Auflagen bremsen oder durch Subventionen fördern, ist Ausdruck staatlicher Umweltpolitik. Die Bearbeitung der Frage, wie groß aber letztlich die Einflussnahme des Staates auf die Verbesserung oder Verschlechterung des Zustands der natürlichen Umwelt ist und wovon umweltpolitischer Erfolg des Staates abhängt, ob vielleicht der Selbststeuerung der Gesellschaft ein höherer Stellenwert beigemessen werden muss, ist Gegenstand dieses Kurses.


Damit ist ein Bogen gespannt von der allgemeinen Betrachtung deutscher Umweltpolitik mit ihren Kapazitäten und Effekten auf Seiten aller möglichen Akteure über das Instrumentarium der Policy-Analyse und einen Einstieg in die europäische Umweltpolitik hin zur Bewertung der Staatstätigkeit in Sachen Umwelt.

Umweltwissenschaften | FernUniversität in Hagen | 58084 Hagen | Tel.: 02331 987-4927

Betreuerin

 

Sara Becker

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